Kolumnen von Benedikt Weibel

PubliBike

"Kolumne LoNa" 13.02.2026

Auf Seite 2 der letzten LoNa im alten Jahr wurde die Meldung über die Erweiterung des Veloverleihsystems gleich dreimal publiziert.

Zürich hat als erste Schweizer Stadt ein Veloverleihsystem eingeführt. Man stellte dem Betreiber Stellplätze und Reklamemöglichkeiten unentgeltlich zur Verfügung. In diesem Rahmen sollte das Verleihsystem selbsttragend zu sein. Bern, und andere Städte folgten.

2019 rügte die Eidgenössische Finanzkontrolle den Betreiber PubliBike (eine Tochterfirma der Post), Fehlbeträge von insgesamt 11 Millionen Franken angehäuft zu haben. Allein im Jahr 2017 stand einem Umsatz von 3 Millionen Franken ein Defizit von 5 Millionen Franken gegenüber. 2022 wurde PubliBike von neuen Besitzern übernommen.

Nun wurde der Veloverleih plötzlich zum millionenschweren Subventionsgeschäft. Als Begründung genügten zwei Zauberworte: Service Public und CO2-Reduktion. 4670 tägliche Fahrten mit PubliBikes werden als Argument vorgebracht. Eine Zahl, die ohne Vergleich zur Gesamtmenge an Velofahrten nichts aussagt. Ich vermute, dass es sich um einen tiefen einstelligen Prozentsatz handelt.

Kein Wort, wie viel CO2 eingespart werden soll. Dafür müsste man wissen, welche Verkehre die PubliBike Fahrten ersetzen: Fussverkehr, öffentlicher Verkehr oder Autoverkehr? Nur letzteres senkt den CO2-Ausstoss; ist aber am unwahrscheinlichsten.

Man staunt, mit welcher Nonchalance Steuergelder ohne Wirkungsanalyse verschwendet werden.

Benedikt Weibel